Der Bilker Bunker ist ein Ort mit Vergangenheit. Dass er auch eine Zukunft hat, dafür hat unter anderem die Bundesbauverwaltung in Nordrhein-Westfalen gesorgt. Sie unterstützte bei diesem Zuwendungsbau den Zuwendungsempfänger bei der Einhaltung der Vorgaben zur Förderung und prüfte für den Zuwendungsgeber die wirtschaftliche und zweckmäßige Bauausführung.

Seit Ende August 2023 geöffnet: Der neue Bilker Bunker bietet hinter seinen Türen ein Mischkonzept aus Kunst, Kultur, Wohnraum und Begegnungsraum.

1942

Als Luftschutzbauwerk Nr. 25 wird der Hochbunker von Architekt Carl Krieger in der Aachener Straße 39a im Düsseldorfer Stadtteil Bilk geplant. Fertiggestellt wird er im Krieg zwar nicht, er steht der Bevölkerung dennoch ab September 1944 als Schutzort zur Verfügung. 

1951

Die Bundesregierung baut den Zivilschutz auf, in dessen Zuge allein 650 alte Luftschutzbunker behelfsmäßig hergerichtet werden. So auch der Bilker Bunker, der von 1964 bis 1969 atomschutzsicher umgebaut wird und im Ernstfall 2.000 Menschen Schutz bieten soll.

Mit den Multiräumen stehen in der Liegenschaft anmietbare Flächen für Freizeit und Kreativität zu Verfügung.
Große Wandmalerei auf der Fassade des Bilker Bunkers. Bild zeigt überfülltes Floß mit Menschen in stürmischer See. Kaufmann Fotografie ©
Symboldbild Flagge

2023

Eröffnung 

2.329,73 m²

Nutzfläche

Fünf Wohnkuben befinden sich auf dem Dach des Bunkers, die alle in privater Hand sind. Ihr Verkauf half bei der Finanzierung des Umbaus.

1995

Auf Wunsch der Anwohnerinnen und Anwohner erhält der graue Bunker Farbe: Innerhalb von sechs Wochen wird er von einer internationalen Künstlergruppe unter Klaus Klinger bemalt. Das Außenwandbild „Zeitreisende“ symbolisiert das fragile Zusammenleben verschiedener Kulturen.

2007

Mit Ende des Kalten Krieges werden die Finanzmittel für den Zivilschutz zusammengestrichen und die Zivilschutzbindung für die etwa 2.000 Schutzbauten fällt im Jahr 2007 weg. Alle Bunker stehen zum Verkauf.

2013

Ein Investor erwirbt den Hochbunker von Bilk. Er will ihn abreißen und durch Wohnungen ersetzen. Einige Bürgerinnen und Bürger sind wegen der Abrissfolgen besorgt und betonen die Bedeutung des Bunkers als Mahnmal. Sie gründen die Initiative „Bilk pro Bunker“. Ihr Ziel: den Bau erhalten und kulturell nutzen. In kurzer Zeit werden mehr als 1.000 Unterschriften gesammelt und der Bezirksvertretung übergeben.

2014

Die Bürgerinitiative beantragt, den Bunker unter Denkmalschutz zu stellen. Tatsächlich wird er im Oktober in die Denkmalliste der Stadt aufgenommen. Der Investor zieht seinen Abrissantrag zurück.

2016

Der Projektentwickler KÜSSDENFROSCH übernimmt den Bunker und erarbeitet ein Kunst- und Kulturkonzept. Die Neugestaltung wird mit Kreativität, Mut sowie Ideen aus der engagierten Nachbarschaft und der Bürgerinitiative konzipiert.

Clubraum mit violettem Neonlicht, Bühne im Hintergrund und grauen Sesseln an kleinen Tischen im Vordergrund.
© Kaufmann Fotografie
Die Musikbar „Schleuse Zwei“ im Keller des Bilker Bunkers bietet Raum für Konzerte und andere Musik-Events.

2021

Der Umbau startet: Zugänge, Fluchtwege, Brandschutz, Lüftungs- und Sanitäranlagen werden saniert oder neu geschaffen – ohne den Charakter des Baus zu zerstören. Von den nötigen 2,8 Millionen Euro trägt der Bund 1,4 Millionen über das Programm „Nationale Projekte des Städtebaus“ des BMWSB. Zudem unterstützt die Stadt Düsseldorf. Wie immer im Zuwendungsbau begleitet die Bauabteilung der Oberfinanzdirektion Nordrhein-Westfalen das Projekt fachaufsichtlich, die Niederlassung Duisburg des Bau- und Liegenschaftsbetriebs Nordrhein-Westfalen baudurchführend.

2023

Der neue Bilker Bunker öffnet Ende August. Auf dem Dach befinden sich Wohnkuben für Privatleute, in den Etagen darunter Showrooms für Fashion, Design und Lifestyle, außerdem Räume für experimentelle Kunst- und Kulturformate. Im Keller sind Multiräume für Musik, Yoga, Sport, Coaching sowie die Musikbar „Schleuse Zwei“, in der auch DJs auflegen und Konzerte oder Performances stattfinden.

2025

Der Bilker Bunker hat sich im Stadtleben etabliert. Und aus einem Ort mit Vergangenheit ist ein Ort mit Zukunft geworden. Dessen Geschichte wird nun nicht nur weitererzählt, sondern neu geschrieben.

Durch die Umbau haben auch Installationen oder Ausstellungen Platz im Gebäude. Hier zu sehen: Die Ausstellung „Naegeli to go“.
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