Das Kompetenzzentrum KETTE ist das größte militärische Bauprojekt des Bundes im Saarland, das über eine Allianz aus Auftraggeber/Nutzer, Planungsbüros und Baufirmen abgewickelt wird. Eine Bestandsfläche von 13 Hektar wird neu strukturiert und in ein bedarfsgerechtes sowie innovatives Instandsetzungswerk für hochtechnisierte Kettenfahrzeuge wie den Kampfpanzer Leopard 2 und den Schützenpanzer Puma umgebaut. Die Maßnahme erfolgt bei laufendem Betrieb und ist auf zwölf Jahre angesetzt. Das Werk soll zusätzliche Arbeitsplätze in St. Wendel und zahlreiche Impulse für die Wirtschaft der Region schaffen.

Militärische Infrastruktur für die Landes- und Bündnisverteidigung

Das komplexe Großprojekt zählt zu den militärischen Infrastrukturmaßnahmen der Bundeswehr für die Landes- und Bündnisverteidigung. Der Name KETTE bezieht sich auf das kettenbasierte Fahrwerk der hochtechnisierten Fahrzeugflotte. Im Kompetenzzentrum KETTE werden bundesweit alle Instandsetzungsleistungen am schweren Gerät, wie etwa an Motor, Bremsen, Optik oder Beschuss, an einem Standort gebündelt.

Bildergalerie Bauabschnitte 1-6: Schauen Sie sich den Ausbau des HIL-Werks in den einzelnen Bauphasen im Detail an.

Standort St. Wendel: Historische Liegenschaft muss neu strukturiert werden

Die Bestandsliegenschaft liegt innerorts in der saarländischen Kreisstadt St. Wendel. Sie grenzt im Norden an das Gleisnetz der Deutschen Bahn sowie den Flusslauf der Blies. Ihre Struktur ist historisch gewachsen: Ursprünglich entstanden aus einem Ausbesserungswerk der Deutschen Reichsbahn, wurde das Gelände in den 1960er-Jahren umgewidmet als Standort der Bundeswehr für die Wartung und Instandsetzung von hochtechnisierten Rad- und Kettenfahrzeugen.

Über einen Zeitraum von mehreren Jahren gab es konkrete Überlegungen und Verfahren, das HIL-Werk in St. Wendel (Saarland) an die Privatwirtschaft zu verkaufen. Schließlich entschied das Bundesministerium der Verteidigung, die Instandsetzung von militärischem Großgerät an zwei Standorten zu bündeln: zum einen im Kompetenzzentrum KETTE in St. Wendel und zum anderen im Kompetenzzentrum RAD in Doberlug-Kirchhain (Brandenburg). 

Die saarländische Bundesbauverwaltung hat aus diesem Grund ein liegenschaftsbezogenes Ausbaukonzept für mögliche Ausbauvarianten beauftragt und diese bewertet. Bei der jetzt geplanten Umsetzung wird die Gesamtliegenschaft baulich und technisch neu strukturiert. Um ein modernes und effizientes Instandsetzungswerk aufzubauen, müssen bis zu 95 Prozent der technischen und baulichen Infrastruktur zurückgebaut und die verbleibenden Gebäude komplett saniert werden.

Planung und Bau bei laufendem Betrieb: Herausforderungen und Lösungen

Derzeit arbeitet die Bauverwaltung an der Initialen Projektunterlage (IPU). Der Ausbau erfolgt im Auftrag des BAIUDBw Kompetenzzentrum Baumanagement Wiesbaden im laufenden Betrieb. Dazu wurde bereits ein detaillierter Bauablaufplan in Zusammenarbeit mit den ortsansässigen Vertretern der HIL GmbH erarbeitet. 

Geplant sind verschiedene Industriegebäude, darunter eine großflächige Instandsetzungshalle mit verschiedenen Servicebereichen wie Lackieren, Schweißen, Feinwerkstatt, Mechanik, Optronik. Das Ziel: ein effizientes Durchlaufverfahren unter einem Dach. Weitere Gebäude sind: Befunderhalle, Ketteninstandsetzung, Schreinerei, Sattlerei, ein Gebäude für Motorenprüfstände und andere. Des Weiteren gehören zum Betrieb der militärischen Liegenschaft ein Wachgebäude, eine zentrale Versorgungsanlage, Entsorger, Neutralisationsanlage, Tankstelle, Verwaltungsgebäude, eine Parkpalette sowie diverse Schutzdächer und Kleinstabstellhallen. Zudem wird die technische Infrastruktur der Liegenschaft komplett erneuert und die Wegeführung optimiert.

Um den ambitionierten Zeitplan einzuhalten, sollen modulare und serielle Bauweisen bevorzugt eingesetzt werden. Bereits jetzt wird die Beschussanlage saniert.

Das Kompetenzzentrum KETTE entsteht – Meilensteine des IPA-Projekts

Phase 0

Auswahl Projektpartner

Phase 1

Validierung

Phase 2

Gemeinsame Entwicklung von Bauaufgabe und Zielkosten

Phase 3

Realisierungsphase

Marktinformation

IPU

Bauherrenprogramm & Budgetvorgabe des Bauherrn

EXIT 1

Basis-Zielkosten Grundlage: Basisprogramm

EXIT 2

Finale Zielkosten Basis:
Genehmigung

Abrechnungssumme (Actual Cost)

Abschluss Mehrparteienvertrag (IPA-MPV)

FPU

Kampfmittelverdachtszone: Sondierungen auf dem Werksgelände

Eine Herausforderung ist die baubegleitende Untersuchung von eventuell vorhandenen Kampfmitteln. Die Liegenschaft befindet sich in einer Kampfmittelverdachtszone. Das heißt: Es muss immer wieder überprüft werden, ob sich Altlasten aus den Weltkriegen im Boden befinden. Das kann, muss aber nicht der Fall sein. 

Integrierte Projektabwicklung (IPA): So wird das Kompetenzzentrum KETTE realisiert

Das Großprojekt wird mit dem kollaborativen Modell der Integrierten Projektabwicklung (IPA) umgesetzt: Bauherr, Planer und Bauunternehmen arbeiten ab Planungsbeginn im Team, begleitet von externen Beratern. Über einen Mehrparteienvertrag sind die IPA-Partner miteinander verbunden. In ihm sind Leistungsbilder aller Partner definiert und die Art der Zusammenarbeit geregelt. Die Motivationsfaktoren des Mehrparteienvertrages sind: 

  • effiziente Planung und Ausführung durch Bildung von integralen Teams
  • transparente Arbeitsweise, Open-Books, Lean-Methoden
  • Risiko- und Gewinnteilung
  • gemeinsame Verantwortung
  • Einstimmigkeitsprinzip
  • hohe Kosten- und Terminsicherheit

Aktuell läuft bereits die Suche nach einer passenden Co-Location für das IPA-Team vor Ort. Die Co-Location ist der Arbeitsraum für eine direkte, effiziente und vertrauensvolle Zusammenarbeit.

Moderner Kampfpanzer mit Tarnmuster und großem Geschütz, der auf befestigtem Gelände vor dichtem Grün abgestellt steht. Bundeswehr/Volker Muth ©

375 Millionen Euro


investiert der Bund
ins Kompetenzzentrum
KETTE.

12 Jahre

sollen die Arbeiten 
dauern, aufgeteilt 
in 6 Bauabschnitte.

375 Millionen Euro


investiert der Bund
ins Kompetenzzentrum
KETTE.

12 Jahre

sollen die Arbeiten 
dauern, aufgeteilt 
in 6 Bauabschnitte.

Erfahren Sie mehr über den Bundesbau im Saarland – oder entdecken Sie aktuelle Karrieremöglichkeiten.


Neubau
Bauen für Gaststreitkräfte
Rheinland-Pfalz
...
Ein Blick auf den Neubau der US-High School in Kaiserslautern-Vogelweh
Neubau
Bauen für Gaststreitkräfte
Rheinland-Pfalz
...
Projekte

Neubau US-High-School in Kaiserslautern-Vogelweh

Als erster Neubau für das 21st-Century-Konzept der US-Streitkräfte wurde 2018 im rheinland-pfälzischen Kaiserslautern die High School fertiggestellt.
Neubau
zivile Bauprojekte
Baden-Württemberg
...
Vier Personen besprechen lachend ein architektonisches Modell aus Holz in einem hellen Besprechungsraum.
Neubau
zivile Bauprojekte
Baden-Württemberg
...
Projekte

Neubau für die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung in Berlin

Der Bundesbau geht neue Wege beim Projektmanagement: Der Neubau GBD 149 für die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung soll in Integrierter Projektabwicklung (IPA) entstehen. Der Bundesbau setzt bei dem neuen Großprojekt mit IPA auf partnerschaftliche Kooperation und eine Projektkultur des Miteinanders.
Neubau
militärische Bauprojekte
Niedersachsen
...
Visualisierte Innenansicht der geplanten Werkhalle für die Neugestaltung des Marinearsenals Wilhelmshaven
Neubau
militärische Bauprojekte
Niedersachsen
...
Projekte

Neubau von drei Werkhallen für die Marine in Wilhelmshaven

Ein Großprojekt der besonderen Art setzt das Staatliche Baumanagement Region Nord-West in Wilhelmshaven um: Bis Ende der 2030er-Jahre wird es im dortigen Marinearsenal rund 55 Bestandsgebäude sanieren bzw. zurückbauen und zahlreiche neue Gebäude errichten. Dadurch wird das Arbeitsumfeld für die Beschäftigten erheblich verbessert und der Versorgungsauftrag des Marinearsenals sichergestellt.