Die Kunst der unsichtbaren Sanierung
Da es sich bei der Baustelle, die Bianca Jager betreut, um ein Denkmal handelt, sind regelmäßige Ortstermine unverzichtbar, um sich immer wieder ein Bild vom aktuellen Stand machen zu können. Homeoffice ist natürlich kein Problem, aber: „Ehrlich gesagt, bin ich oft zu neugierig und will dann bei den Baustellenterminen auch dabei sein. Daher nutze ich die Gelegenheit nicht so oft, aber bei Bedarf diese Flexibilität zu haben, finde ich echt gut.“
Auch die Themen Zusammenarbeit im Team und gegenseitige Unterstützung sind Bianca Jager sehr wichtig im Berufsalltag. „Da jeder einen anderen Wissensstand hat, werden Fragen an praktischen Beispielen oder realen Vorgängen erklärt. Ich habe viele nette Kolleginnen und Kollegen im Referat und wir supporten uns gegenseitig. Ich schätze den fachlichen Austausch ebenso wie interessante oder humorvolle Unterhaltungen. Generell mag ich es, wenn man engagiert, aufrichtig, verbindlich und charmant ist und den Kollegen die Arbeit sowie das Arbeitsergebnis ebenso wichtig ist wie mir“, findet sie.
Von der kölschen Garde zur Berliner Denkmalpflege
Seit ihrer Kindheit ist Bianca Jager in ihrer Heimat, dem Rheinland bei Köln, im Karnevalsverein engagiert, hat 23 Jahre aktiv in der Garde getanzt und das Training der Jugend übernommen. In der Karnevalszeit ist sie immer in der Heimat anzutreffen. „Denkmalpflege und Brauchtum liegen dann doch eng beieinander“, erzählt sie lachend. Der Umzug nach Berlin hatte leider zur Folge, dass sich ihr Engagement auf die ehrenamtlichen Tätigkeiten als Schriftführerin und Pressewart reduziert. Alle vier bis sechs Wochen zieht es sie noch in ihre Heimat, aber Berlin ist jetzt ihr Zuhause, wo sie sich wohlfühlt.
Die junge Architektin liebt das kulturelle Leben in Berlin, das sowohl kulturell als auch städtebaulich unschlagbar sei. „Gerade auf Städtereisen besuche ich gerne Museen, um auch von anderen Häusern in unterschiedlichen Städten und Ländern Inspirationen zu gewinnen. Zudem gehe ich wöchentlich zum Cycling, um beim Sport den Kopf freizubekommen“, berichtet Bianca Jager.
„Ich sehe mich wie eine Lebensabschnittsgefährtin eines Hauses. Es muss nicht immer ein spektakulärer Entwurf sein. Die Top-Sanierung eines Denkmals ist ebenfalls gute Architektur. Im Idealfall sieht man auch gar nicht, dass ich am Gebäude dran war. Man hilft einem Haus, wenn man es einerseits bewahrt und andererseits in eine heutige Betriebstauglichkeit umsetzt, damit es fortwährend und möglichst langfristig bestehen kann. Das macht das Verhandeln mit der Denkmalpflege und meine Arbeit so spannend“, so Bianca Jager.