Inmitten einer Streuobstwiese, eines Babywalds und offener Wiesenflächen lädt der Klimagarten in Schwerte Menschen zum Spazieren, Lernen und Entspannen ein. Besucherinnen und Besucher erleben hier, wie naturnahe Flächen kühlen, Wasser speichern, Artenvielfalt fördern und zugleich Orte der Begegnung sein können. 

Schwerte nimmt mit dem Klimagarten an der Internationalen Gartenausstellung 2027 (IGA 2027) teil. Damit ist er nicht nur ein Naherholungsort, sondern auch ein Projekt mit Modellcharakter. Der Klimagarten zeigt im Kleinen, was Städte und Gemeinden zunehmend brauchen: öffentliche Räume, die attraktiv sind, gerne genutzt werden und zugleich zur Klimaanpassung beitragen.

Luftbild von Schwerte bei Sonnenuntergang mit Wohngebieten, Bäumen und der Ruhr im Vordergrund.
© Christoph Harmata / benefacta.de
Zwischen Stadt und Ruhr ist in Schwerte der Klimagarten entstanden, ein Modellprojekt für klimaangepasste Freiräume.

Klimaanpassung zum Anfassen

Wer über die Wege des Klimagartens spaziert, an den Hochbeeten vorbeikommt oder durch den Obsthain wandert, sieht unmittelbar, worum es geht: um robuste Pflanzungen, lebendige Böden, klugen Umgang mit Regenwasser und mehr biologische Vielfalt. So wird aus einem Spaziergang ein Lernweg – für Schulklassen genauso wie für Familien, Vereine oder interessierte Bürgerinnen und Bürger. Welche Pflanzen kommen mit Hitze und Trockenheit besser zurecht? Warum sind unversiegelte Flächen für das Stadtklima so wichtig? Im Klimagarten bleibt das Thema Klimawandel nicht abstrakt. Themengärten zu Essbarem und Biodiversität sowie Erlebnisorte wie eine Bienenlehrstation, ein Naturteich oder ein Klimalehrpfad machen Zusammenhänge eindrücklich erlebbar.

Drei Bereiche, ein Ziel: Klimaresilienz erleben

Der Klimagarten gliedert sich in drei Bereiche mit je eigenem Charakter:

  • Der Wilde Obsthain

Der Wilde Obsthain bewahrt den Charakter der bestehenden Streuobstwiese. Behutsam eingefügte Stege, Sitzgelegenheiten und Erlebnisstationen führen durch die Fläche und machen sie zugänglich, ohne ihre naturnahe Atmosphäre zu verändern.

  • Die Lebendige Mitte

Die Lebendige Mitte ist der aktivste Bereich des Klimagartens – unter anderem mit Inspirationsgärten und Flächen für gemeinschaftliche Nutzung. Besucher- und Besucherinnen können Anregungen für den eigenen Garten mitnehmen, neue Pflanzenkombinationen kennenlernen oder Veranstaltungen besuchen.

  • Der Wald der Zukunft

Der Wald der Zukunft entwickelt den bestehenden Babywald weiter – einen Ort, an dem Bäume zur Geburt von Kindern gepflanzt wurden: Was heute noch klein ist, wächst in den kommenden Jahren zu einem vielfältigen, klimaresilienten Grünraum heran.

Stege, Sitzbereiche und Erlebnisstationen führen durch den Klimagarten und machen seine Themen zugänglich.

Herzstück Klimapavillon

Der Klimapavillon ist das einzige Gebäude im Klimagarten – und seine zentrale Anlaufstelle. Als offener, multifunktionaler Ort bietet er Platz für Veranstaltungen mit bis zu 100 Personen. Auch baulich spiegelt der Pavillon den Anspruch des Projekts: Photovoltaik liefert Energie, gesammeltes Regenwasser wird direkt genutzt. So zeigt der Klimapavillon, wie nachhaltiges Bauen, ressourcenschonender Betrieb und praktische Nutzbarkeit Hand in Hand gehen.

Von Anfang an gemeinsam: Bürgerbeteiligung als Grundlage

Der Klimagarten in Schwerte ist nicht am Reißbrett entstanden. Bürgerinnen und Bürger, Schulen, Vereine und Initiativen wurden früh eingebunden und konnten ihre Ideen einbringen. Durch Beteiligungsformate, Workshops und Mitmachaktionen bestand die Möglichkeit, einen Ort zu schaffen, der zur Stadt und ihren Menschen passt. Die Beteiligung endete nicht mit der Eröffnung. Der Klimagarten bleibt ein Ort zum Mitmachen: für Bildungsangebote, gemeinschaftliche Gartenprojekte, ehrenamtliches Engagement und Veranstaltungen. Gerade dadurch erfüllt er eine wichtige Aufgabe öffentlicher Freiräume: Er bringt Menschen zusammen.

Bundesförderung für klimaangepasste Freiräume

Das Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen (BMWSB) förderte das Projekt im Rahmen des Programms „Anpassung urbaner und ländlicher Räume an den Klimawandel“ mit 3 Millionen Euro. Ergänzt durch Eigenmittel der Stadt Schwerte beliefen sich die Gesamtkosten auf 3,47 Millionen Euro. Die Bundesbauverwaltung in Nordrhein-Westfalen begleitete die Stadt Schwerte bei der Einhaltung der Fördervorgaben und prüfte die wirtschaftliche und zweckmäßige Bauausführung. So wurde aus einer kommunalen Idee ein Modellprojekt – und ein Beispiel dafür, wie Zuwendungsbau klimagerechte Stadtentwicklung voranbringt.

Drohnenaufnahme eines dicht bepflanzten Gartenbereichs mit vielen Bäumen und mehreren runden Elementen. Christoph Harmata / benefacta.de ©

11.000 m²

groß ist die Kernfläche 

des Klimagartens.

 

46.000 m²

groß ist die 

Gesamtprojektfläche.

 

3 Mio.

Euro steuerte

der Bund als Zuwendung

zu dem Projekt bei.

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