Gebäude-Ökobilanzierung: Nachhaltigkeit von Anfang an mitdenken

Alberto Espina ist gebürtiger Spanier und kam 2014 nach Deutschland. Aus einem anfangs nur für kurze Dauer geplanten Aufenthalt sind mittlerweile zwölf Jahre geworden und er fühlt sich sichtlich wohl in seiner Wahlheimat Berlin. Seit 2022 arbeitet der Umweltingenieur im Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR), dem zum Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR) gehörenden Forschungsinstitut. Gemeinsam mit seinen Kollegen und Kolleginnen widmet er sich dem Thema der Gebäude-Ökobilanzierung. 

Der 34-Jährige ist zuständig für die Weiterentwicklung und Betreuung der beiden Instrumente des Bundes zur Gebäude-Ökobilanzierung. Dabei handelt es sich um die Online-Baustoffdatenbank ÖKOBAUDAT und das Ökobilanzierungstool eLCA. Letzteres wurde von den Mitarbeitenden des BBSR entwickelt und wird auch von ihnen betrieben. Die ÖKOBAUDAT ist eine Datenbank des Bundesministeriums für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen (BMWSB). Sie wird im Auftrag des Ministeriums vom BBSR entwickelt und betrieben. „Die ÖKOBAUDAT stellt Umweltdeklarationen für Bauprojekte und Prozesse zur Verfügung. Mit diesen Datensätzen und mithilfe des Ökobilanzierungstools kann eine Gebäude-Ökobilanz erstellt werden. Damit bewertet man die Umweltauswirkungen eines Gebäudes für seine gesamte Lebensdauer“, erklärt Alberto Espina. 

Diese beiden Instrumente müssen bei allen Neubauvorhaben für öffentliche Gebäude Anwendung finden. Sie werden aber auch in der Lehre, der Forschung sowie auf dem privaten Markt verwendet. Beide Instrumente sind in puncto nachhaltiges Bauen bereits sehr bekannt und zudem für jeden frei zugänglich und kostenlos. Alberto Espina kümmert sich auch um Bürgeranfragen zu ÖKOBAUDAT und eLCA. Anderen mit seiner Arbeit weiterhelfen zu können und zu sehen, dass die eigene Arbeit einen Mehrwert hat, ist für Alberto Espina sehr erfüllend. Hinzu kommt der Dank der Bürger und Bürgerinnen, der ihm oft entgegengebracht wird.

Ich glaube, dass das, was wir hier machen, sehr wichtig ist. Die Umweltauswirkungen, die Gebäude verursachen, sind riesig. In Deutschland sind das 
30 bis 40 Prozent des gesamten Kohlendioxid-Ausstoßes.

Seit der Kindheit Interesse an Umweltschutzthemen

Bereits in seiner Kindheit beschäftigte ihn der Wunsch, die Welt und die Natur zu schützen und sich aktiv dafür einzusetzen. Dieser Wunsch zieht sich mit seinem Studium der Umweltwissenschaften und seinem aktuellen Job im BBSR durch sein gesamtes Berufsleben. „Vor meinem Studium war mir nicht klar, dass nicht nur bei Gebäuden, sondern generell, wenn etwas produziert wird, die Umweltauswirkungen über die gesamte Lebensdauer des Produktes berücksichtigt werden müssen. Und genau das – die Ökobilanzierung – hat mich sehr interessiert. Daher passt die Stelle im BBSR perfekt zu mir“, fasst Alberto Espina zusammen. Die Berücksichtigung der sich stetig entwickelnden rechtlichen Vorgaben auf dem Gebiet der Nachhaltigkeit und die Komplexität des Themas Ökobilanzierung stellen allerdings eine enorme Herausforderung dar. Die ständigen Neuerungen müssen in der ÖKOBAUDAT und der eLCA umgesetzt und für die Bürgerinnen und Bürger verständlich aufbereitet werden. 

„Ich glaube, dass das, was wir hier machen, sehr wichtig ist. Die Umweltauswirkungen, die Gebäude verursachen, sind riesig. In Deutschland sind das 30 bis 40 Prozent des gesamten C02-Ausstoßes. Daher müssen wir mehr forschen, mehr investieren, mehr machen, um die Umwelt zu schützen und die Nachhaltigkeitsziele zu erreichen“, ist er überzeugt.

Alberto Espina hat seinen Bachelor der Umweltwissenschaften in Spanien abgeschlossen. Das Masterstudium zum Umweltingenieur hat er dann in Deutschland absolviert. Das war besonders aufgrund der Sprache eine Herausforderung, der er sich erfolgreich gestellt hat. Die Sprachbarriere war für ihn sowohl im Studium als auch in seiner Anfangszeit im BBSR ein Thema, das ihn beschäftigt hat. „Für mich war es anfangs sehr schwer, mich richtig zu äußern, weil die Themen schon sehr komplex sind. Aber es wird immer besser und alle haben sehr viel Verständnis. Ich habe mich hier immer wohl gefühlt und alle sind super hilfsbereit“, meint der gebürtige Spanier.

„Jeder von uns arbeitet anders. Jeder hat seine Stärken und Schwächen. Ich finde es gut, dass wir so viele verschiedene Leute sind – da entstehen viel mehr Vorschläge und Lösungen."

Alberto Espina

Warum Alberto Espina gerne im BBSR arbeitet

Im BBSR ist Alberto Espina Teil eines achtköpfigen Teams. Für ihn als Spanier ist es perfekt, dass sich alle Kollegen und  Kolleginnen – einschließlich der Chefin – duzen, da das in Spanien gang und gäbe ist. Die Zusammengehörigkeit des Teams zu fördern, liegt seiner Chefin besonders am Herzen. Daher gibt es regelmäßig Referatsklausuren oder auch mal ein gemeinsames Abendessen bei ihr zu Hause. 

Nicht nur das Thema Ökobilanzierung, sondern auch die angebotenen Arbeitsbedingungen haben den Umweltingenieur motiviert, sich auf seine aktuelle Stelle zu bewerben. Denn für ihn ist klar: Wir wollen uns alle wohlfühlen im Job. Die Arbeit sollte Spaß machen, da man täglich sehr viel Zeit im Büro und mit seinen Kollegen und Kolleginnen verbringt. „Für mich war die Flexibilität, also die flexiblen Arbeitszeiten und die Homeoffice-Option, sehr wichtig. Die Kollegen und Kolleginnen haben mich auch überrascht, wie nett und hilfsbereit alle sind. Es gibt viel Arbeit und auch mal Stress, aber es gefällt mir hier sehr gut“, fasst Alberto Espina zusammen.

Auf die Frage, ob er das BBSR als Arbeitgeber weiterempfehlen kann, gibt der 34-Jährige eine klare Antwort: „Ja, das würde ich auf jeden Fall machen. Habe ich sogar schon mal gemacht. Ich bin total zufrieden und komme gerne zur Arbeit. Es gehört auch dazu, nicht nur von seinem Arbeitgeber Flexibilität zu verlangen, sondern auch selber flexibel und offen für verschiedene Lösungsmöglichkeiten zu sein. Die Flexibilität, die guten Arbeitsbedingungen, die kollegiale Arbeitsatmosphäre und dass wir etwas tun, das wichtig ist: All das hat mich überzeugt.“ 

Weitere Artikel
Berlin / Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung
...
Außenansicht des Erweiterungsbau für das Bundesumweltministerium
Berlin / Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung
...

Bundesbau Berlin, Bonn und Auslandsbau

Für den Bundesbau in Berlin, Bonn und im Ausland ist das Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR) zuständig, eine Bundesoberbehörde im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen (BMWSB), mit über 1.700 Mitarbeitenden an den Standorten Berlin, Bonn und Cottbus, die zentrale Bauvorhaben des Bundes plant, realisiert und beratend begleitet.

Neubau
Auslandsbau
Berlin / Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung
...
Neubau
Auslandsbau
Berlin / Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung
...
Projekte

Botschaftsneubau in Wien

Der Neubau der Deutschen Botschaft Wien entstand ab 2021 nach Plänen von Schulz und Schulz Architekten (Leipzig) im 3. Wiener Bezirk. Ende 2024 wurde er baulich fertiggestellt und im April 2025 zur Nutzung übergeben.

Neubau
zivile Bauprojekte
Brandenburg
...
Blick in den Innenhof eines mehrstöckigen Gebäudes mit vollständig eingerüsteter Fassade und blauem Himmel im Hintergrund.
Neubau
zivile Bauprojekte
Brandenburg
...
Projekte

Neubau Polizeipräsidium Potsdam

Die Bundespolizei baut aktuell einen neuen Hauptsitz in Potsdam – rund 850 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der Bundespolizei sollen dort voraussichtlich ab 2023 arbeiten. Bereits im April 2007 entschied das Bundesministerium des Innern (BMI), das neue Bundespolizeipräsidium in Potsdam unterzubringen. Grund hierfür war die Neuausrichtung der Organisation der Bundespolizei.