Die Umsetzung von rund 8.000 Bauvorhaben erfordert verstärkt neue organisatorische und prozessuale Ansätze. Infrastruktur wird damit zu einem strategischen Schlüsselbereich der Landes- und Bündnisverteidigung.
Im Mittelpunkt steht die Frage, wie militärische Bauvorhaben schneller, effizienter und verlässlicher umgesetzt werden können.

Beschleunigte Verfahren als Kernaufgabe

Der Infrastrukturbericht 2024 des Bundesministeriums der Verteidigung zeigt, dass viele infrastrukturelle Ziele nur durch verkürzte Planungs- und Genehmigungsprozesse erreichbar sind. Wesentliche Maßnahmen umfassen:

  • Priorisierung der Projekte nach strategischer Dringlichkeit,
  • Optimierung und Verschlankung der Planungs- und Genehmigungsschritte,
  • Einführung standardisierter Verfahren für besonders zeitkritische Vorhaben.

Ziel ist es, das jährliche Bauvolumen weiter zu steigern und gleichzeitig die Realisierungsdauer deutlich zu verkürzen.

Weitere Informationen finden sie hier: Infrastrukturbericht Bundeswehr 2024.

Rollenverteilung und Zuständigkeiten

Die Umsetzung der Infrastrukturprojekte basiert auf einer klaren Rollenverteilung:

  • Die Bauverwaltungen des Bundes und der Länder übernehmen Planung und Ausführung der Bauvorhaben und bilden das operative Rückgrat der Umsetzung.
  • Das Bundesministerium der Verteidigung (BMVg) steuert strategisch und gibt übergreifende Zielvorgaben vor.
  • Das Bundesamt für Infrastruktur, Umweltschutz und Dienstleistungen der Bundeswehr (BAIUDBw) als Bauherr übernimmt u.a. die fachliche Koordination innerhalb der Bundeswehr, standardisiert Verfahren und sorgt u.a. für Qualitätssicherung.
  • Die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) stellt Flächen bereit, reaktiviert bestehende Liegenschaften und unterstützt bei der Umsetzung standardisierter Projekte.

Weiterführende Informationen:

Und nicht nur das: 2024 entstand eine Projektrahmenvereinbarung zwischen Bundeswehr und BImA, seither kann die BImA ausgewählte Projekte eigenständig für und mit der Bundeswehr umsetzen. Das entlastet die Bundesbauverwaltungen der Länder.

Weitere Informationen finden sie hier: 

Diese abgestimmte Rollenverteilung stärkt die Effizienz und reduziert Schnittstellenverluste.

Modernisiertes, dreigeschossiges Gebäude mit weißen Fassadenflächen und roten Streifen, davor eine bewachsene Grünfläche und bewölkter Himmel.
© Streitkräfteamt der Bundeswehr
Unterkunftsgebäude Clausewitz-Kaserne-Burg

Prozessinnovationen

Zur Beschleunigung der Umsetzung werden gezielt prozessuale Anpassungen und Deregulierungen vorgenommen:

  • Weiterentwicklung der Richtlinien für Bauprojekte zur Reduzierung nicht wertschöpfender Schritte
  • Einrichtung spezieller Projektgruppen zur Beschleunigung zeitkritischer Vorhaben
  • Einführung einheitlicher Abläufe und Fristen für Prüf- und Genehmigungsprozesse
  • engere Abstimmung zwischen Bund und Ländern zur Harmonisierung der Vorgehensweisen

Durch diese Maßnahmen werden Projekte schneller, verlässlicher und planbarer realisiert.

Modulares Bauen als Instrument der Effizienz

Ein zentraler Hebel zur Beschleunigung ist der verstärkte Einsatz modularer Bauweisen. Standardisierte, vorgefertigte Baukomponenten ermöglichen kürzere Bauzeiten, höhere Planbarkeit und eine bessere Ressourcenauslastung.

Modulare Konzepte eignen sich besonders für:

  • Unterkunfts- und Bürogebäude
  • Funktions- und Ausbildungsgebäude
  • sanitätsdienstliche und logistische Einrichtungen

Durch die Kombination aus Standardisierung und industrieller Vorfertigung können Projekte effizient skaliert und standortübergreifend umgesetzt werden.

Die fertiggestellte KiTa Hardthöhe Bundeswehr / Marcus Rott ©

Rund 8.000

Bauvorhaben

Durch die Kombination aus Standardisierung und industrieller Vorfertigung können Projekte effizient skaliert und standortübergreifend umgesetzt werden.

Fazit

Die Zeitenwende zeigt sich nicht zuletzt in der Infrastruktur. Beschleunigte Verfahren, klare Rollenverteilung und modulare Bauweisen sind entscheidend, um die Bundeswehr modern und einsatzbereit auszustatten.

BAIUDBw, BImA und die Bauverwaltungen der Länder tragen gemeinsam dazu bei, dass strategisch relevante Vorhaben zeitgerecht umgesetzt werden. Effiziente Prozesse, standardisierte Abläufe und innovative Bauansätze bilden die Grundlage für eine krisenfeste und zukunftsfähige Bundeswehr.

Stand der verschiedenen Ausschreibungsverfahren

Das Bundesministerium der Verteidigung sowie das Bundesamt für Infrastruktur, Umweltschutz und Dienstleistungen der Bundeswehr haben das Infrastrukturprogramm G-CAP Inland entwickelt. Ziel des Programms ist es, schnell Unterkünfte für den personellen Aufwuchs der Bundeswehr bereitzustellen.

G-CAP (German Armed Forces Contractor Augmentation Program) ist ein Verfahren, das ursprünglich für Auslandseinsätze konzipiert wurde und eine schnelle, flexible sowie durchhaltefähige Bereitstellung von Infrastruktur – etwa Unterkünften für die Truppe – ermöglicht. Dieses bewährte Konzept wird nun auch im Inland angewendet.

Im Dezember 2025 sind zwei Vergabeverfahren für die Errichtung von Unterkunftsgebäuden auf bereits bestehenden Liegenschaften gestartet.  

Projekt G-CAP Inland – „4er Stuben“

Die Bekanntmachung ist sowohl auf der EU-Online-Plattform (TED) als auch dem Vergabemarktplatz (Vergabe.NRW) am 11.12.2025 veröffentlicht. Die Ausschreibung und die Bekanntmachung als PDF-Datei können über folgende Links aufgerufen werden:

Mehr zum Projekt der BImA – „Bundeswehr-Bauprogramm Einzelunterkünfte“

Insgesamt sollen 7150 Einzelunterkünfte auf 31 Liegenschaften in acht Bundesländern entstehen. Gegenstand der jetzigen Vergabe sind Totalunternehmerleistungen für den seriellen Neubau von zunächst 15 Unterkunftsgebäuden (für Einzelbelegung) auf sechs Liegenschaften der Bundeswehr. Hierbei handelt es sich um eine erste Tranche von Bundeswehrunterkünften, die im Rahmen des Bundeswehrbauprogramms entstehen werden. Der Teilnahmewettbewerb ist auf der EU-Online-Plattform (TED) veröffentlicht: